Archiv für das Tag 'Frühling an der Algarve'

Frühling im Januar im Algarve

11. Januar 2012

Frühling in Deuschland ist wie Januar in einem unserer Ferienhäuser an der Algarve. Denn da sind die Temperaturen schon genauso hoch, wenn nicht höher – und die Sonne scheint auf jeden Fall. Unterbrochen von Regenschauern, aber die dauern höchstens drei Tage am Stück, meist jedoch erheblich weniger. Sonne, bedeckter Himmel, Schauer, sich verziehende Wolken, Sonne – in dem Rhytmus ungefähr.

Und alles ist grün. Und wie! In tausend verschiedene Grünroben kleidet sich die Landschaft, zieht sich hier eine petrolfarbene Hose, dort ein olivfarbenes T-Shirt über. Zahlreiche Kräuter und unzählige Wildblumen sprießen, der wilde Spargel treibt wie wild aus, und besonders ortskundige Ferienhausgäste stechen ihn nahe der Küste.

Die Frösche quaken heiratswillig in ihren Teichen, der Mensch stolpert glücklich die klippennahen Ziegenpfade entlang. Vor sich das Meer: grausilbern, blickblendend, glitzernd – und atmet und atmet die frische Meeresbrise. Ein – aus – ein – und lange lange tief aus – Atlantikwind, Atlantikzauber eben.

Nicht ohne meinen Pullover! – Frühling an der Algarve

6. April 2010

Wenn man um diese Zeit an die Algarve reist, was sich ja anbietet, weil erstens Osterferien sind und zweitens hier der Frühling viel wärmer ist als in Deutschland und drittens ein Meer da ist und viertens Sandstrände und fünftens riesige bunte Blumenwiesen wie sonst nur im Bilderbuch – muss man dennoch nicht denken, es sei nun komplett der Sommer ausgebrochen und kleidungsmäßig unvorsichtig werden. Das lernt man nämlich schnell bereuen. Der Algarve-Frühling ist zwar warm und kann in der direkten Sonne auch schon sehr heiß werden – aber ist gleichzeitig sehr tückisch, denn da ist eben der kalte Wind.

Der fegt plötzlich übers Land, wenn man gar nicht mit ihm rechnet. Eine kurze Bö – gerade hat man noch geschwitz, jetzt erwischt sie einen kalt von hinten, im nächsten Moment zieht sie weiter – doch der Tourist in Shorts und Trägerhemd fühlt sich plötzlich irgendwie angeschlagen: mit einem kleinen Ziepen im Hals, einer kaum merklichen Schwäche auf der Brust, einem Stichlein im Rücken, einem leichten Kniefrösteln, das in der nun wieder windschattigen Hitze eigentlich nichts zu suchen hat.

Und schon liegt er am nächsten Morgen flach – oder schleicht zumindest stark nasenverstopft durch die Gegend. Kann so recht nicht mehr die schöne Landschaft genießen – und ein barfüßiger Spaziergang am Wellenrand kommt schon gar nicht mehr in Frage.

Deshalb: Touristen, Urlauber, Algarvefrühlingsbesucher – übertreibt es nicht! Noch ist nicht Sommer! Packt euch wärmer ein als es auf den ersten Blick auf den Thermometer nötig erscheint. Nehmt auf alle Fälle zum Abendessen auf der Esplanada einen warmen Wollpullover mit Rollkragen, oder noch besser,  eine winddichte Kaputzenjacke mit – denn ihr seid keine Engländer!

Dieses Volk nämlich läuft eigentlich zu jeder Algarve-Jahreszeit in Tanktop und Flipflops rum und erkältet sich – nie! Das ist ein Wunder. Doch man darf nicht erwarten, dass Gott andere nordeuropäische Völker daran teilnehmen lässt.

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Ferienhaus an der Algarve zu verkaufen

11. März 2010

Wenn die Regengüsse des Frühjahrs vorbei sind, die Natur grün und frisch und zunehmend bunter erblüht, es schon merklich wärmer als in der Schweiz, in Deutschland, oder Österreich ist, aber noch nicht so heiß wie ab Mai – ist die Algarve für Wanderfreudige ein wunderbares Urlaubsziel.

Die Steilküste zwischen Lagos und Sagres beispielsweise entlang, unter sich die Brandung, vor sich bis zum Horizont diese blaue homogene Masse – aus dieser Höhe erscheint das Meer als ein in sich stabiler Körper mit abgerundeten Ecken – unter den Schuhen dunkelgrün, violett und duftend der wilde Rosmarin (dringend einige Ästchen abknicken und abends den Ofenfisch damit belegen!).

Hat man das Gekracksel satt und ist auch etwas schwindelig geworden – manchmal führen die Steilküstenpfade so  dicht und schmal am Abgrund vorbei, dass wirklich anhaltende Konzentration gefordert ist – setzt man den Weg  einfach ein wenig versetzt ins Landesinnere fort – durch Wiesen, Zystrosenfelder, frisch bestellte Äcker,  Pinienwäldchen, oder auch kneipkurend barfuß durch Bäche, wie man sie so zuletzt nur in überkitschten Heimatfilmen gesehen hat, und steht dann plötzlich vor so etwas:

Haus zu verkaufen
Ferienhaus zu verkaufen

„Vende-se“ heißt  „zu verkaufen“ – und was wir da auf dem Bild sehen ist eigentlich noch ein gut erhaltenes Häuschen. Es gibt nämlich auch solche, bei denen nur noch 4 bröckelige Grundsteine existieren oder – man weiß nicht, ob das besser ist – ein merkwürdig geformter Rohbau, gegossen in einem Stück aus Beton.

An der Algarve ist Bauland rar, und besonders in diesem westlichen Teil zwischen den Gemeinden Vila do Bispo und Aljezur, der unter Naturschutz steht. Da braucht es schon einiges an Sondergenehmigungen um neuen Baugrund genehmigt zu bekommen. So ist denn auch diese so flüchtig hingemalte Telefonnummer nicht, wie man das eventuell vermuten könnte, genauso alt wie die Ruine selbst, sondern eine zeitgenössische Mobilnummer – und der dazugehörige Eigentümer kennt den aktuellen Marktwert seiner Immobilie sehr genau. Das ist viele Jahre her, dass unwissende portugiesische Bauern ihre Landhäuser an schlaue ausländische Hippies verscherbelt haben. Inzwischen müssen ausländische Hauskäufer eher aufpassen, dass sie nicht ihrerseits übers Ohr gehauen werden – sei es mit dem Preis oder aber, dass sie einen Acker erwerben mit ein paar Steinen drauf, die extra dorthin geschafft wurden, um Bauland zu simulieren.

Das ist nicht die Regel, bzw genausoviel oder wenig die Regel wie in anderen Ländern auch, man muss nur damit rechnen. Falls Sie, liebe Leser,  also mit dem Gedanken spielen, sich an der Algarve nach einer Ferienimmobilie, ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung umzusehen, ist es besser, sich im Vorfeld zu informieren.  Die alteingesessene Firma VILALAIA steht Ihnen hierbei gerne mit ihrer langjährigern Erfahrung zur Verfügung.

Falls Sie aber nur ein Algarve Ferienhaus mieten möchten, finden Sie unter www.we-love-portugal.com eine umfassende Auswahl an qualitätiv hochwertigen Ferienhäusern, welche Sie direkt online buchen können.

Mandelblüte an der Algarve (Fortsetzung)

20. Januar 2010

Der Prinz, der seine Frau sehr liebte, obwohl er ja locker noch zwei, drei andere, zufriedenere dazu hätte heiraten können, zerbrach sich den Kopf, wie er die Mutter seines Erstgeborenen wieder zum Lachen bringen könne – und ließ zunächst einmal Schnee aus den Alpen ankarren. Der Weg war weit, die Pferde nicht eben schnell, einen halben Tag hatte die Prinzessin eine schale Freude daran, dann war er weg und sie begann wieder zu keifen, hätte ich doch auf meine Eltern gehört, hätte ich doch Prinz Olaf mit dem Buckel geheiratet und so fort. Der Prinz konnte Platten abspielen, soviel er wollte, er konnte mit Hilfe des englischen Ideoms alte Zeiten heraufbeschwören, er konnte sich im Schlafgemach zum Affen machen – keine der zahlreichen Aufmunterungen half: die Prinzessin war dem Heimweh verfallen.

Da geschah es, dass ein umherziehender Illustrator das Schloss besuchte und um die Gelegenheit einer Mappenpräsentation bat. Er hatte ein spitzes Mausgesicht, schlechte Zähne und sah sehr hungrig aus, weshalb man ihm erstmal in der Küche eine Suppe verabreichte, bevor er seine Arbeiten vor dem Prinz ausbreitete, die in der Hauptsache wohlproportionierte, nordafrikanische Mädchen zeigten, die sich vor blühenden Mandelbäumen im Tanze wiegten.

Das war’s! – es gibt moderne Untersuchungen in denen nachgewiesen wurde, dass 85 Prozent der Geschichtsereignisse auf Zufall beruhen, 15 Prozent sind geplant und die restlichen 10 sind undefiniert – der Prinz hatte seine Idee bekommen. Eilig ließ er Mandelbäumchen heranschaffen, soviel er nur irgend kriegen konnte, selbst unter der Bedingung, dass sie aus privaten Schonungen ausgegraben werden mussten, und dann wurde gepflanzt. Rings ums Schloss und über die Ebenen und soweit das Auge reichte. Die Prinzessin, die nicht recht begriff, wozu das gut sein sollte, sah dem Treiben mit einigem Abstand depressiv zu.

Aber dann kam der Frühling und mit ihm Ende Januar das große Naturerwachen – und da verstand sie endlich: die unzähligen Bäume hatten zu blühen begonnen und das sah, wenn man von oben drauf guckte und kurzsichtig war, aus wie Schnee! Da fing die Prinzessin an zu jubeln, sie verließ ihren Posten im Turm und rannte in die weiße Pracht hinaus und tanzte und hüpfte – und auch einen Schneemann mit Möhrennase und echten Ohren baute sie.

Mandelblüte an der Algarve

5. Januar 2010

Es war einmal eine schöne Prinzessin, die mit den gepuderten, geleckten Prinzen, die sie bei Hofe umschwärmten nichts anfangen konnte und sich kurzerhand in einen maurischen Thronfolger verliebte. Der hatte einen dunklen Teint, einen schwarzen, gelackten Schnurrbart, Augen wie glühende Kohle und roch nach Kamel und Abenteuer – das war ihr sofort aufgefallen, als er das erste Mal ihre Hand ergriffen hatte und sie küsste.

Der Prinz kam aus der Algarve und hatte nach den vielen Schlachten mit den Einheimischen erst einmal Urlaub nötig. Was lag da näher, als endlich die Einladung einer entfernten Tante anzunehmen und sich an einem nordeuropäischen Hofe dem Vergnügen hinzugeben? Er reiste also an, mit Dienern, Zofen, Infanten, Granatäpfeln, Nesperas und einer Plattensammlung Fado. Den Begriff hatte er – der Geschichte vorgreifend – nur erfunden: in Wirklichkeit waren es versklavte Musiker, die auf sein prinzliches Fingerschnippen ihr Repertoire abspulten.

Es kam, wie es kommen musste, der Prinz und die Prinzessin fielen „in love“ – die Prinzessin, die grad Englisch lernte, prägte diesen Begriff, der fortan für ihre ganz spezielle Liebe stehen sollte – sie wurde schwanger und ordentlich ausgeschimpft und dann konnte die Hochzeit stattfinden: zehn Tage und zehn Nächte dauerte das Fest, an dessen Ende der Koch kollabierte.

Dann wurde gesattelt, finale Proviantkörbe gepackt, die Prinzessin bekam von ihren Freundinnen eine Liste von Dingen zugesteckt, die sie an der Algarve besorgen und ihnen per Boten zukommen lassen sollte, sie  begab sich in ihre mit Zobel ausgekleidete Sänfte – Elterntränen, Ermahnungen, ein letztes enthusiastisches Winken, und los ging’s Richtung Süden der Heimat des Ehemanns entgegen.

Dort gabs noch ein Fest und noch eins und dann wieder eines zur Geburt des Sohnes, und dann kam der Winter. Es war zwar einigermaßen kalt und es regnete wie es im Norden nie geregnet hatte, die Wege waren so durchweicht, dass man oft knöchelhoch im Matsch einsank, ganze Landstriche waren überflutet, dauernd knickten die Pferde im weichen Untergrund um, die Häuser der Algarvios, die nicht heizten, weil sie befürchteten, sich dann draußen zu erkälten, waren innen und außen grün vom Schimmelpilz – aber sollte das alles an Winter sein? Wo war der knallblaue Himmel über einer kristallinen, harten Erde? Das kalte Aufblitzen der gefrorenen Pfützen? Wo war der SCHNEE? Die Prinzessin saß an ihrem Erkerfenster, der Regen platschte und sie vermisste.

(Fortsetzung folgt)

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