Leben im Algarve

Frohes Neues Jahr und ein Bom Ano Novo allen unseren Ferienhausgästen!

3. Januar 2012

Kommen Sie wieder in diesem Jahr! Auf diesen Blog, um mehr und mehr über Portugals interessanten Süden zu erfahren – und am besten persönlich zu uns an die Algarve. Verbringen Sie Ihre Ferien in  unseren Ferienhäusern. Die sind traditionell eingerichtet oder modern oder folkloristisch oder luxeriös oder stilgemischt. Gerade langweilen sie sich etwas, was ja nie jemand gut tut:

Casa Mia: Ätsch, –  letztes Jahr hatte ich 30 Buchungen und du nicht!
Villa Patus Bisamus: Phh – als wenn es je auf die Menge angekommen wäre!
Casa Muralha: Große Anzahl, große Beliebtheit.
Patus Bisamus: Tropischer Garten, glückliche Individualisten.

Casa Muralha: Dafür liege ich zentral mitten in Lagos, darauf stehen besonders die jüngeren Urlaubsgäste.
Patus Bisamus: Dafür bin ich eine Ferienvilla, ein weitläufiges Anwesen im Landhausstil.
Casa Muralha: Als wenn es je auf die Größe angekommen wäre!

Patus Bisamus: Und meine Herrschaft war mal berühmt.
Casa Muralha: Aber ich hab die moderneren Betten.
Patus Bisamus: Dafür gibt es bei uns…

Zeit also, daß die ersten Feriengäste eintreffen, damit wieder Ruhe einkehrt!

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Cremen, cremen, cremen!

16. Mai 2011

Jetzt ist Hauptsaison an der Algarve – die beliebten Strände  Meia Praia und Praia Dona Ana sind voll und das Meer lädt zum Drinplantschen, Draufsegeln, Eintauchen, Surfen und Schwimmen ein. Es ist aber nicht sehr warm – jedenfalls nicht so, wie man es beispielsweise vom Mittelmeer gewohnt ist, das ja im Sommer eher einer warmen Brühe gleicht – eine grässliche Erinnerung seit ich an Portugals Küste lebe.

Es kommt auf den Wind an. Weht er aus dem (heißen) Landesinneren her aufs Meer, steigen auch die Wassertemperaturen vor der Küste. Weht er dagegen vom Meer Richtung Land, ist das Wasser recht kalt, dafür aber erfrischend – was hat man von einem Bad, wenn die Temperaturunterschiede zu Lande und zu Wasser nicht mehr vorhanden sind?

Standurlaubende Algarve Touristen und Portugiesen kann man nicht nur an ihrer unterschiedlichen Hauttönung, sondern auch an einigen anderen Merkmalen erkennen: Der Portugiese etwa geht grundsätzlich niemals allein an den Strand! Auch Paare räkeln sich viel lieber in Gruppen im warmen Sand als nur zu zweit. Meistens wohnt auch noch eine Handvoll jüngerer Geschwister dem Liebesgeturtel bei, und vielleicht noch eine entfernte Cousine mit ihren Freundinnen und ein Onkel aus Porto mit der Familie und später kommt noch die Oma mit ihrem kurzbeinigen Köter, und am Abend schaut noch die arbeitende Verwandtschaft vorbei. Und: es wird immer Fußball gespielt. Sobald auch nur drei kleine Jungs und ein etwas älterer Jugendlicher anwesend sind, wird gekickt.

Und achten Sie mal drauf: trotzdem die meisten Portugiesen ehr dunkelhäutig sind und deshalb von Natur aus weniger zu einem Sonnenbrand neigen, cremen sie, was das Zeug hält. Im Grunde kreist eigentlich immer grad irgendeine Tube. Und wer aus dem Wasser kommt, cremt sich sofort wieder ein, und wer 10 Minuten nur im Sand gelegen hat, muss dringend nachcremen und alleman cremen dann die Kinder ein.

Letztens am Meia Praia habe ich sage und schreibe fünf! Erwachsene dabei beobachtet, wie sie einen einzigen kleinen Jungen eincremten. Der eine das Gesicht, die anderen vier jeweils einen Arm oder ein Bein – und das ungefähr jeder halbe Stunde, ausgiebig und mit nicht nachlassender Intensität. Der Junge fand das ganz in Ordnung, hatte ich das Gefühl. Wahrscheinlich bekam er dabei Geschichten erzählt oder die Welt erklärt – oder er erzählte selber aus seinem Leben – ich war zu weit weg, um etwas hören zu können.

Besonders käsige und empfindliche Algarve Urlauber sollten übrigens ihren extremlichtschutzhohen Sonnenschutz von zu Hause mitbringen. Den gibts hier nämlich nicht – bzw. nur in den Apotheken zu einem horrenden Preis. Dagegen kann man inzwischen Cremes bis zu einem Faktor von 25 relativ preiswert bei Lidl oder Aldi Portugal erstehen.

Verkehrstipps für die Algarve

29. April 2010

Nun, wo an der Algarve die Saison beginnt und Reisende aus Nordeuropa einströmen, wird′s auch automäßig wieder dichter. Das merkt man besonders stark zwischen den größeren Orten, beispielsweise zwischen Lagos und Sagres, dieses Stück der Nationalstraße, das in den Wintermonaten deutlich ruhiger ist.

Es fahren natürlich auch Busse, sehr regelmäßig sogar und erstaunlich pünktlich – irgendwie hat ja der gesamte Süden den Ruf, es mit der Zeit nicht so genau zu nehmen, in welche Richtung auch immer.  Da kann es nämlich auch mal passieren, dass der Bus an der Haltestelle früher abfährt, weil kein Fahrgast weit und breit zu sehen ist.

Auf den Überlandstrecken mit dem Linienbus muss man folgendes beachten: Garant für eine Mitfahrt ist nicht die Tatsache, das man an der Bushaltestelle steht oder in dem entsprechenden Häuschen wartet. Denn Bushaltestellen sind grundsätzlich für Portugiesen ein beliebter Treffpunkt – sei es  für die Jugend, die hier erste zarte Erfahrungen mit dem anderen Geschlecht sammelt,  für die Arbeiter, die sich an dieser strategisch günstig gelegenen Stelle von ihren Brotherren mit den Pick-Ups auflesen lassen, oder für die Alten, denen sie als eine Art Freiluftseniorenheim dienen.
Deshalb muss man, wenn man an der Bushaltestelle wartet und gerne vom Bus mitgenommen werden möchte, sobald dieser in einiger Entfernung zu sehen ist, ein Stück nach vorne auf die Straße treten und deutlisch winken!  – Wenn man das nicht macht, kann es einem nämlich passieren, dass der Bus einfach – ohne Anzuhalten – durchbraust, und man nur auf den nächsten hoffen kann, der zwar, wie gesagt pünktlich und regelmäßig kommt, aber nicht unbedingt oft.

Winken! Winken!
Winken! Winken!

Falls Sie sich für Ihren Urlaub an der Algarve einen Leihwagen gemietet haben – gibt es hier nun einige Tipps, die Sie unbedingt beachten sollten:

1. Fahren Sie auf der Landstraße nicht langsamer als 40 Stundenkilometer.

2. Der einzige wirklich gravierende Unterschied zu Deutschland im Straßenverkehr ist der, dass es hier statt Kreuzungen überwiegend Kreisverkehrregelungen (retundas) gibt. Falls es doch einmal zu einer Ausnahme kommt (zum Beispiel an der ersten Einfahrt nach Luz), gelten die allgemeinen europäischen Verkehrsegeln: rechts vor links, rechts vor links, rechts vor links.

3. Auch Ehefrauen können Leihwagen fahren.

4. Telefonieren ist auch in Portugal während der Fahrt verboten. Deshalb handhaben Sie es am besten wie die Portugiesen, fahren Sie beim ersten Klingelton abrupt auf den Seitenstreifen und nehmen Sie das Gespräch dort entgegen. Falls das nicht möglich ist, weil dort schon alles mit telefonierenden Portugiesen voll ist, können Sie sich bei geöffnetem Fahrerfenster mit dem linken Ellenbogen lässig auf die Türkante stützen und so tun, als würden Sie sich mit der Hand das Haar ums linke Ohr herum richten. Bei Gefahr lassen Sie das Handy dann einfach in die Tiefe gleiten. Das müssen Sie allerdings vorher üben, sonst besteht die Möglichkeit, dass es bei einer ersten schreckhaften Bewegung auf die Straße fällt.

5. Die Promillegrenze in Portugal ist Null!!

Nicht ohne meinen Pullover! – Frühling an der Algarve

6. April 2010

Wenn man um diese Zeit an die Algarve reist, was sich ja anbietet, weil erstens Osterferien sind und zweitens hier der Frühling viel wärmer ist als in Deutschland und drittens ein Meer da ist und viertens Sandstrände und fünftens riesige bunte Blumenwiesen wie sonst nur im Bilderbuch – muss man dennoch nicht denken, es sei nun komplett der Sommer ausgebrochen und kleidungsmäßig unvorsichtig werden. Das lernt man nämlich schnell bereuen. Der Algarve-Frühling ist zwar warm und kann in der direkten Sonne auch schon sehr heiß werden – aber ist gleichzeitig sehr tückisch, denn da ist eben der kalte Wind.

Der fegt plötzlich übers Land, wenn man gar nicht mit ihm rechnet. Eine kurze Bö – gerade hat man noch geschwitz, jetzt erwischt sie einen kalt von hinten, im nächsten Moment zieht sie weiter – doch der Tourist in Shorts und Trägerhemd fühlt sich plötzlich irgendwie angeschlagen: mit einem kleinen Ziepen im Hals, einer kaum merklichen Schwäche auf der Brust, einem Stichlein im Rücken, einem leichten Kniefrösteln, das in der nun wieder windschattigen Hitze eigentlich nichts zu suchen hat.

Und schon liegt er am nächsten Morgen flach – oder schleicht zumindest stark nasenverstopft durch die Gegend. Kann so recht nicht mehr die schöne Landschaft genießen – und ein barfüßiger Spaziergang am Wellenrand kommt schon gar nicht mehr in Frage.

Deshalb: Touristen, Urlauber, Algarvefrühlingsbesucher – übertreibt es nicht! Noch ist nicht Sommer! Packt euch wärmer ein als es auf den ersten Blick auf den Thermometer nötig erscheint. Nehmt auf alle Fälle zum Abendessen auf der Esplanada einen warmen Wollpullover mit Rollkragen, oder noch besser,  eine winddichte Kaputzenjacke mit – denn ihr seid keine Engländer!

Dieses Volk nämlich läuft eigentlich zu jeder Algarve-Jahreszeit in Tanktop und Flipflops rum und erkältet sich – nie! Das ist ein Wunder. Doch man darf nicht erwarten, dass Gott andere nordeuropäische Völker daran teilnehmen lässt.

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Hilfreiche Mülltonnen – Orientierung an der Algarve

24. Februar 2010

Am 20. März ist es soweit: dann ziehen in ganz Portugal Trupps an Freiwilligen los, bewaffnet mit großen Müllsäcken und langen, vorne zugespitzten Stäben – und sammeln den Müll in Portugals Wäldern und Gestrüppegionen auf.

„Vamos limpar Portugal“ – „Lasst uns Portugal sauber machen“ – heißt die Parole und ist ein Aufruf der PLP, des „Projecto Limpar Portugal“, das immerhin in Portimão, an der Westalgarve über 50 Mitglieder zählt, die sich in diesen Tagen regelmäßig zu Lagebesprechungen treffen.

Es hat sich in den letzten Jahren schon sehr gebessert, aber immer noch ist es so, dass nicht mehr benötigter Hausrat einfach in den Wäldern abgeladen, bzw. an den Rändern unbefestigter Straßen, oder gleich einfach den Berg runter in Richtung Tal gekippt wird. Nicht der tägliche Hausmüll, aber eben ausgediente Kühlschränke, Waschmaschinen oder altmodische Nierostaspülen, die dann langsam verrotten, sich aber leider nicht in Luft auflösen.

„Ziel der PLP-Bewegung ist es, der Bevölkerung klar zu machen, dass Müllentsorgung in den Wäldern der Vergangenheit angehört“, sagt denn auch die Sprecherin der Portimão-Fraktion – und ich wundere mich, warum sich überhaupt jemand die Mühe macht, seinen Sperrmüll soweit raus zu fahren. Hier in den Dörfern der Westküste ist das nämlich eigentlich gar nicht nötig. Hier stellt man die Tische und Schränke, die man nicht mehr benötigt einfach neben die großen Sammelmülltonnen, die überall an der Straße stehen – und dann kommt irgendwann ein Laster und holt alles ab.
Diese großen Sammelmülltonnen befinden sich übrigens fast überall. Man wandert ahnungslos durch die Gestrüppwüste, über Wege, auf denen man stundenlang keiner Menschenseele begegnet – aber 2 Mülltonnen stehen da – mitten im Nirgendwo, und sie sind auch noch bis oben hin voll!

 

Mülltonnen in Figueira
Mülltonnen in Figueira 

Noch einen anderen Zweck als die Müllentsorgung haben diese Tonnen übrigens: sie dienen, gerade bei der Beschreibung der Wege zu unseren Ferienhäusern sehr oft als Orientierung. In weniger dicht besiedelten Gegenden, wo die Straßen keine Namen mehr haben und das Navigationsgerät daher auch wertlos ist – stehen sie nämlich oft an strategisch wichtigen Punkten – und es heißt dann: „Biegen sie rechts ein, fahren Sie 100 Meter gerade aus und dann den Schotterweg links hoch, wo die Mülltonnen stehen, fahren Sie etwa 300 Meter, dann sehen Sie vor sich einen alten Brunnen, fahren Sie links dran vorbei und dann nach weiteren 50 Metern rechts rein, wo wieder eine Mülltonne steht und dann noch etwa 30 Meter bergauf und dann stehen Sie am Tor Ihrer Algarve Ferienvilla.“

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